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Warum Gärten und gärtnern glücklich machen - Gartentherapie

Das grüne Wunder

Mittlerweile gehört in vielen sozialen Einrichtungen die Arbeit im Grünen als Teil des Therapieplans dazu. Das hat seinen Grund: Gärtnern macht Menschen glücklich und fördert die Lebensqualität. Das spürt vermutlich jeder, der Erde umgräbt, Unkraut jätet – und mit Hingabe kleine Löcher gräbt, um Blumenzwiebeln und Kressesamen auszusetzen. Davon, sind Wissenschaftler überzeugt, profitieren Körper und Seele. „Selbstwirksamkeit“ heißt das Stichwort, auf das sich die Forscher dabei beziehen.
Vor allem, wer krank oder pflegebedürftig ist, fühlt sich oft hilflos und fremd in seinem Körper. Mit den eigenen Händen zu arbeiten vermittelt dagegen ein Gefühl von Kompetenz, es macht selbstbewusst. Und so trainieren die Patienten in der Altenhilfe oder in Kliniken für Menschen mit psychischen oder physischen Einschränkungen,   beim Umgraben ihre Kraft. Sie steigern ihre Gedächtnisleistung, weil sie sich die Arbeitsschritte und die Namen der Pflanzen einprägen. Sie lernen, sich zu konzentrieren. Und was für Kranke wie Gesunde am allerwichtigsten ist: sie belegen einen Ort mit Bedeutung

Blumen öffnen die Seele

In einem Schulungsgarten in Thedinghausen  stehen der Gartentherapeutin und Gesundheits- und Sozialökonomin, Susanne Büssenschütt, 10 000 Quadratmeter Garten zum Training von Beschäftigten für soziale Einrichtungen zur Verfügung. Dazu gehören Ergotherapeuten, Betreuungskräfte, Altenpfleger, Psychologen, Psychotherapeuten usw. die sich in mehrtägigen Seminaren für die anspruchsvolle Aufgabe mit den Patienten das Rüstzeug holen. Hilfsmittel für die Gartenarbeit für Menschen mit Schlaganfall oder Parkinson werden ausprobiert. Optimale Hochbeetformen und die passende Bepflanzung muss getestet werden. Für Patienten, die bettlägerig sind wird eine fahrbare Gärtnerei erstellt. Damit pflanzen wir mit den Patienten auf Station. Frei nach dem Motto „kann der Mensch nicht in den Garten bringen wir den Garten zu ihm“. Weiter werden Naschgärten oder Sinnesgärten geplant. Selbst die Ärzte erhofften sich von der blühenden Fülle einen wohltuenden Einfluss auf die Seele. Heute arbeiten Therapeuten an vielen Stellen mit dem heilsamen Grün: Sogenannte Demenzgärten schenken Menschen die an Demenz erkrankt sind ein Stück Lebensfreude zurück. Gärten für Blinde betören mit einer Fülle an Düften.

Alltägliche Sinnlichkeit

Warum Gesundheit im Grünen so populär ist, liegt auf der Hand: Im Garten zu arbeiten ermöglicht es Menschen, ein Teil ihrer Umwelt zu sein. Denn draußen sind all unsere Sinne beschäftigt. Wir riechen, sehen und spüren, wir schmecken und hören: wie eine Erdbeere auf der Zunge zergeht oder das Schilfgras raschelt, wie sich feuchtes Gras unter den Füßen anfühlt oder Hyazinthen duften. Gartentherapeuten machen sich die Eigenschaften der Pflanzen zu Nutzen und bewirken so, bei vielen Menschen,  eine Optimierung ihrer aktuellen Situation.

Mehr zum Thema finden Sie auf www.gartenundtherapie.de