Der Traum eines jeden Gärtners ist ein Beet, das vom späten Frühling bis zum ersten Frost durchgehend in Farbe steht. Die Realität sieht oft anders aus: Nach der großen Hauptblüte im Juni entsteht oft eine grüne Langeweile, das sogenannte „Sommerloch“. Doch das muss nicht sein. Es gibt eine Elite unter den Stauden, die sogenannten Dauerblüher, die entweder unermüdlich neue Knospen schieben oder durch einen einfachen Rückschnitt zu einer zweiten Blüte (Remontieren) angeregt werden. Wer diese zehn Kandidaten pflanzt, spart sich ständiges Nachpflanzen und hat den ganzen Sommer über Blütenfülle.
Das Wichtigste in Kürze:
- Definition: Dauerblüher blühen oft von Juni bis Oktober oder remontieren (blühen erneut) nach einem Rückschnitt.
- Standort: Die meisten Dauerblüher sind Sonnenanbeter, da die permanente Blütenproduktion viel Energie (Licht) benötigt.
- Pflege: Verblühtes muss regelmäßig entfernt werden („Ausputzen“), um die Samenbildung zu verhindern und neue Knospen zu fördern.
- Insekten: Fast alle genannten Arten sind wertvolle Bienen- und Schmetterlingsweiden.
1. Der Unermüdliche: Storchschnabel ‚Rozanne‘ (Geranium)
Wenn es einen König der Dauerblüher gibt, dann ist es die Sorte ‚Rozanne‘. Anders als andere Storchschnäbel blüht diese Züchtung ohne Pause von Juni bis zum ersten Frost im November.
- Optik: Violett-blaue Blüten mit weißem Auge.
- Besonderheit: Wächst kriechend und verwebt sich wunderschön mit Rosen oder anderen Stauden. Absolut pflegeleicht und schneckenresistent.
2. Das Sonnenkind: Gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida ‚Goldsturm‘)
Ein Klassiker, der in keinem Staudenbeet fehlen darf. Er bringt das leuchtende Gelb des Hochsommers bis tief in den Herbst.
- Blütezeit: Juli bis Oktober.
- Standort: Vollsonne. Er ist extrem robust und verträgt auch mal Trockenheit.
- Tipp: Die schwarzen Samenstände im Winter stehen lassen – sie sehen bei Raureif toll aus und füttern Vögel.
3. Der Bienenmagnet: Steppen-Salbei (Salvia nemorosa)
Seine blauen Kerzen sind für Bienen unwiderstehlich. Der Salbei ist ein klassischer Remontierer.
- Blütezeit: Mai/Juni und (nach Schnitt) August/September.
- Der Trick: Schneiden Sie die Pflanze sofort nach der ersten Blüte radikal auf eine Handbreit über dem Boden zurück und düngen Sie leicht. Sie treibt sofort neu aus und blüht ein zweites Mal üppig.
4. Die Filigrane: Prachtkerze (Gaura lindheimeri)
Sie wirkt wie ein Schwarm kleiner, weißer oder rosafarbener Schmetterlinge, die über dem Beet tanzen.
- Blütezeit: Juli bis Oktober.
- Besonderheit: Sie besitzt eine lange Pfahlwurzel und verträgt Hitze exzellent.
- Achtung: Sie ist nur bedingt winterhart. Lassen Sie die Triebe im Herbst als Schutz stehen und decken Sie sie mit Reisig ab. Staunässe im Winter ist ihr Tod.
5. Das Flammenmeer: Sonnenbraut (Helenium)
Wer warme Farben liebt, kommt an Helenium nicht vorbei. Von Gelb über Orange bis zu Ziegelrot feuert diese Staude ein Feuerwerk ab, wenn andere Pflanzen schon müde werden.
- Blütezeit: Juli bis September/Oktober.
- Pflege: Sie mag es nicht zu trocken. Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden.
6. Der Rosenkavalier: Katzenminze (Nepeta)
Die bessere Alternative zum Lavendel, wenn der Boden nicht ganz so mager ist. Besonders die Sorte ‚Walker’s Low‘ ist ein Dauerbrenner.
- Blütezeit: Mai bis September.
- Pflege: Wie beim Salbei gilt: Nach dem ersten Flor zurückschneiden, und sie blüht zuverlässig ein zweites Mal. Katzen lieben den Duft (Achtung: Wälzgefahr!), Schnecken meiden ihn.
7. Die Robuste: Mädchenauge (Coreopsis verticillata)
Besonders die Sorten ‚Moonbeam‘ (zitronengelb) oder ‚Zagreb‘ (goldgelb) sind unverwüstlich. Das Laub ist fein und dill-artig, die Blüten erscheinen zu Hunderten.
- Blütezeit: Juni bis September.
- Vorteil: Sie wuchert nicht und ist sehr standfest, muss also nicht gestützt werden.
8. Die Architektonische: Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea)
Mit ihren markanten Blütenköpfen (herabhängende Blütenblätter, dicker Igelkopf in der Mitte) ist sie der Star im Präriegarten.
- Blütezeit: Juli bis September.
- Gesundheit: Echinacea ist bekannt als Heilpflanze, im Beet ist sie ein Magnet für Schmetterlinge. Sie liebt nahrhafte, durchlässige Böden.
9. Der Geheimtipp: Schönaster (Kalimeris incisa)
Sie ist noch relativ unbekannt, aber Gärtner, die sie haben, schwören auf sie. Sie sieht aus wie eine Astern-Art, ist aber viel robuster und blühfreudiger als die meisten Herbstastern.
- Blütezeit: Juni bis Oktober (ohne Pause!).
- Sorte: ‚Madiva‘ (weiß-lila) ist besonders standfest und gesund. Sie braucht so gut wie keine Pflege.
10. Die Duftende: Duftnessel (Agastache)
Ein Muss für Naturgärten. Die Sorte ‚Blue Fortune‘ ist besonders winterhart und langlebig.
- Blütezeit: Juli bis Oktober.
- Nutzen: Die Blätter duften nach Anis oder Minze (essbar!), und die Blütenkerzen sind im Spätsommer die wichtigste Tankstelle für Insekten im Garten.
