Wer morgens auf die Terrasse oder in den Garten kommt und kleine, dunkle Hinterlassenschaften findet, ist oft alarmiert. Der erste Gedanke: Ratten! Doch bevor Sie den Kammerjäger rufen, lohnt sich ein genauerer Blick. Oft stammen die „Pellets“ von den beliebten Eichhörnchen (Sciurus vulgaris). Da die Nager keine festen Toilettenplätze haben, hinterlassen sie ihre Spuren überall dort, wo sie laufen und klettern. Die Unterscheidung zu Schädlingen ist wichtig, um richtig zu reagieren.
Das Wichtigste in Kürze:
- Form: Rundlich bis oval (pillenförmig), die Enden sind meist abgerundet, nicht spitz.
- Größe: Etwa 5 bis 8 Millimeter lang (ähnlich einem Reiskorn oder einer kleinen Erbse).
- Farbe: Variiert stark je nach Nahrung von hellbraun über rötlich bis tiefschwarz.
- Geruch: Im Gegensatz zu Rattenkot nahezu geruchlos.
Der visuelle Check: Form, Farbe und Konsistenz
Eichhörnchenkot ist relativ unscheinbar. Wenn Sie ihn finden, liegt er meist verstreut und nicht auf einem großen Haufen (wie bei manchen anderen Tieren, die Latrinen anlegen).
1. Die Form
Das wichtigste Merkmal ist die Form. Der Kot ähnelt kleinen Pillen oder Kapseln. Die Oberfläche ist oft etwas uneben oder faltig. Entscheidend: Die Enden sind in der Regel beide abgerundet.
2. Die Farbe (Der Nahrungs-Indikator)
Da Eichhörnchen Allesfresser sind, verrät der Kot, was auf dem Speiseplan stand:
- Dunkelbraun bis Schwarz: Die Standardfarbe bei einer Ernährung aus Nüssen, Sämereien und Tannenzapfen.
- Rötlich/Lila: Wenn das Tier viele Beeren (z.B. Kirschen, Brombeeren) gefressen hat.
- Hellbraun/Grünlich: Bei viel frischer Nahrung, Knospen oder junger Rinde.
3. Die Konsistenz
Frischer Kot ist weich und feucht, trocknet aber an der Luft sehr schnell aus und wird dann hart und krümelig. Er zerfällt leicht zu Staub, wenn man (mit Handschuhen!) darauf drückt.
Die große Verwechslungsgefahr: Eichhörnchen oder Ratte?
Das ist die Frage, die Hausbesitzer am meisten umtreibt. Beide Kotarten sind sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Hier sind die feinen Unterschiede:
| Merkmal | Eichhörnchenkot | Rattenkot (Wanderratte) |
| Form | Eher rundlich/pillenförmig, beide Enden rund | Eher länglich/bananenförmig, ein Ende oft zugespitzt |
| Größe | Klein (5–8 mm), variiert stark | Größer (10–20 mm), oft gleichmäßiger |
| Anordnung | Wahllos verstreut (wo sie gehen und stehen) | Oft gruppiert, markieren Laufwege |
| Geruch | Kaum wahrnehmbar | Strenger, beißender Ammoniak-Geruch (wenn frisch) |
| Fundort | Auch auf Bäumen, Vogelhäuschen, Balkongeländern | Meist am Boden, in Ecken, entlang von Wänden |
Faustregel: Finden Sie den Kot erhöht (z.B. auf dem Tisch, im Vogelhaus oder auf dem Fenstersims), ist es fast sicher ein Eichhörnchen oder ein Vogel. Rattenkot findet sich fast immer ebenerdig.
Andere Kandidaten: Igel und Marder
- Igelkot: Ist deutlich dicker (8–12 mm), walzenförmig und sehr dunkel (fast schwarz). Er glänzt oft leicht (wegen Chitinresten von Käfern) und riecht etwas säuerlich.
- Marderkot: Ist viel größer (8–10 cm lang!), wurstartig und meist spiralförmig gedreht mit einer ausgezogenen Spitze. Er enthält oft sichtbare Reste wie Obstkerne oder Haare und stinkt penetrant.
Ist Eichhörnchenkot gefährlich?
Im Vergleich zu Waschbär- oder Rattenkot ist das Gesundheitsrisiko bei Eichhörnchen gering. Dennoch gilt: Es sind Wildtiere. Der Kot kann Salmonellen, Leptospirose-Erreger oder Parasiteneier enthalten.
Wie entferne ich ihn richtig?
- Tragen Sie Einweghandschuhe.
- Kehren Sie den Kot zusammen und entsorgen Sie ihn im Restmüll (nicht auf dem Kompost, wenn Sie dort Gemüse anbauen, um jegliches Risiko zu vermeiden).
- Reinigen Sie die betroffene Stelle (z.B. Terrassentisch) mit heißem Wasser und Allzweckreiniger.
- Waschen Sie sich danach gründlich die Hände.
Fazit
Wenn Sie kleine, reiskorngroße Pillen auf dem Balkontisch finden, müssen Sie keine Panik vor einer Rattenplage haben. Meist war es nur der possierliche Nager aus dem Nussbaum nebenan. Ein Blick auf die Enden der „Pille“ (rund vs. spitz) gibt Ihnen schnell Gewissheit.
