Um Ihre Rasenfläche zu pflegen, gehört der regelmäßige Rückschnitt zu den wichtigsten Aufgaben, wobei die Wahl des richtigen Mähers und Gartengeräts entscheidend ist – passende Gartenmaschinen und Werkzeuge sind auf werkzeug-baumaschinen.de übersichtlich zusammengestellt. Für Anfänger im Gartenbereich ist dieser Schritt schwieriger als gedacht, denn es gibt jede Menge Mythen, die sich am Ende als falsch herausstellen. Da hat der Gartennachbar noch den ultimativen Tipp und das Onlinemagazin weist ebenfalls auf Fallen und Gefahren hin.
Aber was steckt hinter Aberglauben, vermeintlichen Faustregeln und Problemen? Wir haben die wichtigsten Mythen rund ums Rasenmähen gesammelt und klären auf, was wirklich stimmt und was nicht.
Mythos #1: Rasenmähen ist kompliziert
Wenn Sie einen alteingesessenen Hobbygärtner fragen, wird er Ihnen das Mähen als hohe Kunst erklären. Da wird von komplizierten Nachbearbeitungen mit dem Rasentrimmer gesprochen, doch eigentlich geht es viel einfacher.
Sie sparen sich eine Menge Arbeit, wenn Sie Ihren Garten von Anfang an klar strukturieren. Achten Sie bei Rasenflächen darauf, dass sie gut mit dem Mäher zu erreichen sind. Um die manuelle Nachbearbeitung zu reduzieren, sind Mähkanten geeignet, die eine klare Trennung zwischen Gehwegen, Grünflächen und Beeten ziehen.
Wenn solche Kanten bündig mit der Erdoberfläche verlegt sind, kann das Rad des Mähers drüberrollen und das Messer erfasst jeden Grashalm. Solche Barrieren haben einen doppelten Nutzen, denn sie verhindern auch, dass unterirdische Ausläufer in ihre mühsam gepflegten Blumenbeete einwandern.
Mythos #2: Der Rasen muss so kurz wie möglich geschnitten werden
Viele Gartenbesitzer neigen dazu, den Rasenmäher auf die niedrigste Stufe einzustellen. Durch den Kurzschnitt hofft man, die Mähintervalle in die Länge zu ziehen. Das ist allerdings einer der schädlichsten Mythen überhaupt, denn mit einem kurzen Schnitt schwächen Sie die Graspflanze. Es fehlt die Blattfläche für die Photosynthese und der Vegetationspunkt liegt bei drei bis vier Zentimetern.
Unterschreiten sie diesen, trocknen die Gräser schneller aus und bieten Unkraut und Moos die besten Bedingungen, um die Lücken zu füllen.
Die goldene Regel der Maht lautet daher, nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal abzuschneiden. Für einen normalen Gartenrasen ist eine Höhe von vier bis fünf Zentimetern ideal. Im Schatten können Sie das Gras sogar noch länger wachsen lassen, hier sind sechs Zentimeter empfohlen.
Ist der Rasen zu kurz, verbrennt er bei direkter Sonneneinstrahlung und hinterlässt hässliche gelbe Flecken. Bis diese wieder regeneriert sind, kann es Wochen dauern. Die längeren Halme sind ein natürlicher Sonnenschutz, von dem der Rasen profitiert.
Mythos #3: Im Sommer muss jede Woche gemäht werden
Um klare Kanten entlang der Gartenwege zu ziehen und das Grundstück zu pflegen, mähen viele Hobbygärtner jede Woche. Die Notwendigkeit ist ein Mythos, der über Generationen immer weitergegeben wird.
Wie oft Sie mähen sollten, hängt von den Temperaturen und der Wasserverfügbarkeit ab. In extrem heißen und trockenen Phasen stellt der Rasen sein Wachstum fast vollständig ein, denn so spart er Energie. Wenn Sie jetzt nach Kalender mähen, fügen Sie den Gräsern unnötigen Stress zu. Die Schnittstellen wirken wie offene Wunden und lassen zusätzliche Feuchtigkeit raus.
Beobachten Sie stattdessen das Wetter und das Wachstum Ihres Rasens. Wenn es über 30 Grad heiß wird, lassen Sie den Mäher im Schuppen. Das lange Gras schützt die empfindlichen Wurzeln vor der UV-Strahlung. Wenn es wieder regnet und die Temperaturen sinken, können Sie zum gewohnten Rhythmus zurückkehren.
Mythos #4: Weniger Dünger reduziert den Mähaufwand
Hinter diesem Mythos steckt eine verständliche Logik. Wenn Sie dem Rasen weniger Nährstoffe geben, wächst er langsamer und Sie müssen seltener zum Rasenmäher greifen. In der Theorie stimmt das, in der Praxis führt das Vorgehen aber zu einem lückenhaften Rasen. Dünger ist für Rasen wie Vitamine für Menschen unverzichtbar. Wird Ihr Rasen nicht optimal versorgt, kann er sich nicht mehr gegen Unkraut durchsetzen. Außerdem droht die Gefahr von Erkrankungen wie Rotspitzigkeit.
Anstatt gar nicht mehr zu düngen, sind organische Langzeitdünger ratsam. Sie geben die Nährstoffe gleichmäßig und langsam ab, was zu einem stetigen und kontrollierbaren Wachstum führt.
Chemische Schnelldünger verursachen einen regelrechten Wachstumsschub und können tatsächlich dazu führen, dass Sie innerhalb weniger Tage einen großen Zuwachs haben. Ein gesund genährter Rasen bildet eine dichte Narbe und macht wenig Arbeit, weil Unkraut selbstständig unterdrückt wird.
Mythos #5: Das Schnittgut darf nicht liegen bleiben
Es war für viele Gärtner lange Zeit ein ungeschriebenes Gesetz, dass jeder Grashalm nach dem Mähen sorgfältig entfernt werden muss. Man hatte Angst, den Rasen zu ersticken. Wir wissen heute, dass das sogenannte Mulchmähen zu den effektivsten Pflegemethoden gehört. Spezielle Mulchmäher zerkleinern den Verschnitt so fein, dass er zwischen die stehenden Halme auf den Boden fällt. Dort zersetzt er sich innerhalb kürzester Zeit und führt dem Boden wertvolle Nährstoffe und Feuchtigkeit zurück.
Das Schnittgut fungiert als natürlicher Dünger und verbessert die Bodenstruktur, wenn die folgenden Voraussetzungen gegeben sind:
- Trockener Rasen: Das Gras sollte beim Mähen trocken sein, sonst verklumpt der Verschnitt.
- Regelmäßigkeit: Sie sollten häufiger mähen, damit die abgeschnittenen Spitzen kurz genug sind, um schnell zu verrotten.
- Kein Filz: Der Boden muss gut belüftet sein, damit die Mikroorganismen das Material effektiv verarbeiten können.
Beachten Sie diese Punkte, müssen Sie den Fangkorb nicht mehr leeren und reduzieren den Bedarf an zusätzlichem Dünger.
Mythos #6: Im Mai darf man gar nicht mähen
In sozialen Netzwerken wird oft der „No Mow May“ ausgerufen und er fußt auf einer löblichen Idee. Man möchte Insekten und Bienen mehr Nahrung bieten, indem man Wildblumen im Rasen blühen lässt. Doch für einen gepflegten Hausrasen kann ein kompletter Verzicht im wachstumsstärksten Monat problematisch sein.
Wenn Gräser im Mai ungehindert in die Höhe schießen, beginnen sie zu blühen und zu verholzen. Nach einem späten Schnitt im Juni sieht der Rasen dann schnell strohig aus und braucht lange, bis wieder eine weiche Fläche entsteht.
Setzen Sie stattdessen auf einen Kompromiss und mähen Sie gestuft. Die Randbereiche und einzelne Inseln verbleiben auf der Fläche, die Hauptnutzfläche wird weiterhin gemäht. So unterstützen Sie die Artenvielfalt, ohne dass Sie dabei die Struktur Ihres Rasens gefährden.
In vielen Gärten gibt es mittlerweile auch eine Naturecke, die der Diversität unserer Insekten dient. Hier können Sie bienenfreundliche Blumen und Pflanzen züchten, den Rasen hochwachsen lassen und ein Naturparadies schaffen. Im restlichen Bereich des Gartens ist kein Mähstopp nötig, hier können Sie Ihren englischen Rasen oder eine klare, glatte Fläche strukturieren und pflegen.
